Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,       

es ist mir eine sehr große Ehre und Freude, Sie zur 93. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie e.V. nach Ulm einzuladen zu dürfen. Die Tagung findet vom 16. – 19. September 2020 in der Messe Ulm statt und steht unter dem Zeichen „Kieferorthopädie – zwischen klassisch bewährt und digital“. Gemeinsam mit dem Vorstand der Gesellschaft haben wir für Sie ein sehr interessantes Tagungsprogramm mit hochkarätigen Referent*innen sowie ein attraktives Rahmenprogramm zusammengestellt.

Wie der Titel der Jahrestagung andeutet, wird in diesem Jahr der Spagat zwischen den in der Kieferorthopädie zur Verfügung stehenden Methoden in den Vordergrund gerückt. Das über Jahrzehnte etablierte, klassisch-bewährte Spektrum wurde in den letzten Jahren durch zahlreiche digital basierte diagnostische und therapeutische Tools ergänzt. Meines Erachtens liegt die Kunst darin, das substanzielle Klassische unseres Fachgebiets zu erkennen, weiter zu entwickeln, und durch sinnvolles Neues zu ergänzen – bestenfalls beides zu integrieren.

Unter der ersten Rubrik „Eine Evaluation konventioneller Therapiekonzepte und -methoden“  werden grundlegende, mitunter kontrovers diskutierte klassische Fragestellungen der Kieferorthopädie wie „Funktionskieferorthopädie und Orthopädie vs. Orthodontie“, „Molarendistalisation mit Headgear vs. Non-Compliance-Apparaturen“, „Ex- vs. Non-Ex-Therapie“ oder „Straight-Wire- vs. Segmentbogen-Technik“ thematisiert. Die Hauptreferate zu diesem Themenblock stellen gewissermaßen einen aktuellen Kompass dar, der bei der eigenen Standpunktfindung zu diesen grundlegenden Fragen unseres Fachgebiets Orientierung geben kann.

In der zweiten Rubrik „Die digitale Kieferorthopädie – sinnvolle und vielversprechende Anwendungen“  werden die von der Dentalindustrie stark protegierten, zahlreichen digitalen Neuentwicklungen auf den Prüfstand gestellt. Im diagnostischen Teil dieses Themenblocks werden, flankiert durch entsprechende Hauptreferate, die digitale Modellerstellung (Intraoralscanning und 3D-Druck) sowie digitale Modell- und Gesichtsanalysen thematisiert. Zwei der vier Hauptreferate präsentieren den aktuellen Stand bei der Herstellung von kieferorthopädischen Apparaturen im CAD/CAM-Verfahren.

Der Bereich „Freie Themen“  wird eingeleitet durch ein Hauptreferat zum digitalen Workflow in der Orthognathen Chirurgie, und eröffnet naturgemäß die Möglichkeit, weitere aktuelle Themen aus der Kieferorthopädie zu präsentieren und zu diskutieren.

Das „Parallelsymposium für den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie Experimentelle und klinische Grundlagenforschung“  beinhaltet in diesem Jahr ein biomechanisch ausgerichtetes Einführungsreferat und soll zudem den mehr grundlagenwissenschaftlich interessierten bzw. als Wissenschaftler im Bereich Kieferorthopädie tätigen Kolleg*innen als Forum zur Vorstellung und Diskussion von wissenschaftlichen Projekten dienen.

Das fachliche Programm beginnt bereits am Mittwoch, den 16. September 2020 mit zwei halbtägigen, getrennt buchbaren Vorkongresskursen. Beide englischsprachigen Kurse loten die Schnittstelle von Kieferorthopädie bzw. Orthodontie und Orthognather Chirurgie neu aus und thematisieren die Frage, inwieweit innovative kieferorthopädische Methoden die Entscheidung für oder gegen eine kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie beeinflussen. Vormittags stellt Dr. Hugo de Clerck (Brüssel / Belgien) seine Methoden und Studien zum Thema „Growth modification of the face using bone anchored orthopedics“  vor. Am Nachmittag referiert Prof. Dr. Eric Liou (Taipeh / Taiwan) über „Orthognathic camouflage treatment of Class III and facial asymmetry”.

Der Tag für das Praxisteam  findet am Freitag, den 18. September 2020 statt. „Mit Gelassenheit gewinnen – schwierige Gespräche im Praxisalltag erfolgreich führen“  ist der Titel unseres ganztägigen Workshops. Gestaltet wird er durch Peter Edwin Brand, Rhetorik- und Kommunikationstrainer aus Tübingen. Im halbtägigen Workshop für Kieferorthopäd*innen widmen wir uns bei dieser Jahrestagung einem auf Kongressen und Fortbildungen bisher eher stiefmütterlich behandeltem Thema: „Fachlich up-to-date mittels systematischer Literaturrecherche und -auswahl“. Gestaltet wird der Workshop durch die Medizininformatikerin Dr. Neltje Piro aus Köln.

Ulm ist mit seinen ca. 125.000 Einwohnern eine beschauliche, am südöstlichen Rand der Schwäbischen Alb gelegene Stadt. Die Donau bildet in Ulm die Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern und die Verkehrsanbindung ist aufgrund der Lage auf der Achse zwischen den beiden Landeshauptstädten Stuttgart und München sehr gut. Die Universität Ulm feierte kürzlich ihr 50-jähriges Jubiläum und hat ihre Hauptschwerpunkte in den Bereichen Naturwissenschaften, Technik und Medizin.
Das Stadtbild verbindet bekannte historische Gebäude mit moderner Architektur. Dies zeigt sich beispielsweise am Münsterplatz, der durch das Ulmer Münster mit seinem weltweit höchsten Kirchturm und das moderne Stadthaus eingerahmt wird. Insofern spiegelt sich gewissermaßen auch im Erscheinungsbild der Stadt der Leitgedanke unserer Jahrestagung. Die Messe Ulm liegt etwas östlich des Stadtkerns und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar. 

Die Kongressorganisation liegt in bewährter Weise bei MCI Deutschland GmbH, Berlin. Bei allen organisatorischen Fragen und solchen zum Ausstellerprogramm wenden Sie sich bitte unmittelbar an die Ansprechpartner von MCI.

Als Tagungspräsident der DGKFO-Jahrestagung 2020 freue ich mich, Sie im Namen der Deutschen Gesellschaft für Kieferorthopädie e.V. in Ulm begrüßen zu dürfen, und wünsche uns allen eine aufschlussreiche Tagung, unvergessliche Momente und schöne Begegnungen im Kollegenkreis.

Mit herzlichen Grüßen


gez. Prof. Dr. Dr. Bernd G. Lapatki
- Tagungspräsident 2020 -


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